marcus
16.08.13

Künstlicher Burger in London vorgestellt

Er sieht aus wie Fleisch, fühlt sich fast genauso an und schmeckt zumindest ähnlich: Der erste künstlich erzeugte Burger der Menschheit wurde in London vorgestellt.

Was Tierschutzorganisationen wie Peta schon lange wissen und auch versuchen den Konsumenten mitzuteilen, wird leider von den wengisten Verbrauchern wahrgenommen. Fleisch ist eigentlich ein Luxusprodukt, welches heutzutage relativ günstig hergestellt wird, aber nicht ohne Folgen. Seit 1980 soll sich die Fleischproduktion weltweit auf 300 Millionen Tonnen verdreifacht haben, Tendenz steigend. Jedes Kilogramm Rindfleisch hat einen Wasserbrauch von 14 000 Litern verursacht, bis es in den Regalen der Supermärkte liegt. Die Klimabilanz sieht dabei verständlicherweise nicht gut aus.

Ein Burger ohne Fleisch

Genau aus diesem Grund entwickelten findige Forscher um den Wissenschaftler Mark Post einen Burger, der nicht auf der Weide oder in überfüllten Ställen, sondern im Labor wächst. Angefangen hat das Ganze mit Stammzellen aus Muskeln von Kühen, die mit Hilfe von Chemikalien zu etwa Reiskorngroßen Fasern gezüchtet wurden. Viele von diesen aneinandergeklebt ergaben den ersten Rindfleischburger, für den in Zukunft vielleicht keine Kuh mehr ihr Leben lassen muss, die Entwicklung des Fleischersatzes kostete rund 300 000 Euro.

Fast tierloser Burger - die umweltfreundliche Alternative...

Die Forscher und deren Befürworter feiern den fast tierlosen Burger als umweltfreundliche Alternative zum Klimawahnsinn der herkömmlichen Fleischproduktion. Bei der Vorstellung anwesende Personen bescheinigten dem Möchtegern-Fleisch tatsächlich eine sehr fleischähnliche Struktur und Konsistenz. Der Geschmack schien jedoch nicht "echt" genug getroffen zu sein, was für viele Konsumenten tatsächlich das k.o.-Kriterium für den Burger sein dürfte. Ob die Alternative das Potential hat sich durchzusetzen bleibt somit eher fragwürdig.

...aber für wen eigentlich?

Es liegt schon fast die Vermutung nahe, dass sowohl Fleischesser als auch Vegetarier wahrscheinlich kräftig die Stirn runzeln dürften. Die Umweltfreundlichkeit des Produkts wird wohl kaum ein schlagkräftiges Argument sein, um die Mehrheit der Fleischkonsumenten eines Besseren zu überzeugen. Wäre dies der Fall, wären sie wohl ohnehin schon alle Vegetarier oder würden beim Bio-Metzger um die Ecke einkaufen.
Vegetarier dürften von der fast tierlosen Konstruktion wohl ebensowenig angetan sein, beinhaltet es doch trotz allem Zellen einer Kuh. Außerdem haben sie doch bereits Alternativprodukte in Hülle und Fülle.

Stellt sich also die Frage: Für wen ist der Burger eigentlich? Ist er letztendlich nur für Wissenschaft und Forschung und der Versuch, Menschen, die sich nicht für ihre Umwelt interessieren und denen die Folgen ihres Handelns egal ist, einen Bären aufzubinden - in Form eines Burgers? 

Veränderung fängt bei der Einstellung an

Wahre Veränderung wird wahrscheinlich nicht in Kompromissen zu finden sein, die ohnehin niemand haben will, sondern immer in einer Umgestaltung des Denkens und der Einstellung. Die schlauen Köpfe der Welt haben längst erkannt, dass es so nicht mehr weitergehen kann, leider ist dieses Wissen noch nicht in der Mehrheit der Bevölkerung angekommen. Ohne Wissen ist eine Entscheidung zugunsten des "Besseren" schwierig zu fällen.

Die Menschheit als Ganzes wird kaum darum herum kommen, ihr gegenwärtiges Lebensmodell zu hinterfragen. Allerdings wird dieses "Hinterfragen" von Menschen angestoßen werden müssen, die Wissen haben. Und einen Plan, wie es weitergehen kann.

 Quelle: Süddeutsche.de 

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