marcus
12.06.13

Hochwasser und Solidarität

Seit Tagen kämpfen Deutschland und angrenzende Länder gegen das Hochwasser, das durch die anhaltenden Regenfälle ganze Landstriche überflutet hat. Die Katastrophe zeigt, wie Menschen in Notsituationen zueinander stehen und Solidarität beweisen.

 Etwa zu Pfingsten hat es begonnen, das schlechte Wetter. Kaum enden wollender Dauerregen drückte für Wochen erst auf die Gemüter der Menschen und seit einigen Tagen auch auf die Deiche der übervollen Flüsse. Tausende Menschen beteiligten sich an den Hilfs- und Schutzmaßnahmen. Freiwillige Feuerwehren, Technisches Hilfswerk, Rettungskräfte, Polizei und einfache Bürger stabilisierten die Dämme und füllten Sandsäcke, um die angrenzenden Häuser vor den Wassermassen zu schützen. An vielen Orten in Bayern, wie z.B. Passau, Regensburg, Deggendorf und Rosenheim gewannen die Flüsse letztendlich den Kampf und traten über die Ufer, auch andere Bundesländer blieben nicht verschont, vielerorts steht das Schlimmste noch bevor.  

Alles Hab und Gut verloren

Sieht man sich die Bilder aus Passau oder Deggendorf an, wo Wohnhäuser fast komplett im Wasser verschwunden sind, umfängt einen ein Gefühl der Ohnmacht. Da sind Menschen, die alles verloren haben. Alles, was in ihrem Besitz ist, scheint zerstört, durchdrungen von Wasser und Schlamm. Trotzdem berichten die Medien von fast gelassener Stimmung, manch einer ist sogar zum Scherzen aufgelegt. Angesichts der Lage schwingt mit Sicherheit eine gehörige Portion Galgenhumor mit, um die Aussichtslosigkeit ein wenig leichter zu ertragen.

Einer hilft dem anderen 

Das Gute ist, dass in diesen Tagen niemand allein ist. Menschen helfen mit, das Schlimmste zu verhindern. Nachbarn unterstützen einander, Möbel und Wertgegenstände in Sicherheit zu bringen. Organisierte Helfer arbeiten Nächte durch, um akut Schadensbegrenzung zu leisten. Arbeitgeber befreien Helfer von der Arbeitspflicht und lassen diese unter Lohnfortzahlung Hilfe leisten, Betroffene bekommen frei oder Urlaub, um sich um ihre Häuser zu kümmern. Die Bundesregierung sichert den Betroffenen finanzielle Unterstützung zu, in einzelnen Härtefällen sogar über den Durchschnitt hinaus. 

So schlimm die Situation in Deutschland ist, sie zeigt uns: Menschen sind füreinander da und stehen füreinander ein. Selbst Nichtbetroffene erklären sich solidarisch mit anderen, denen es schlechter geht.

Ein krasser Gegensatz

Die Bilder des Hochwassers können auch an die Tage nach dem Wirbelsturm Katrina erinnern, der im Jahr 2005 New Orleans verwüstet hat. Auch dort waren die Straßen überschwemmt und die Einwohner ohne Strom und Trinkwasser. Viele hatten ihr Hab und Gut verloren oder noch schlimmer, ihr Leben. Ein Umstand gab dem Schrecken noch das Tüpfelchen auf das i: Kriminelle nutzten die Gunst der Stunde, zogen bewaffnet durch die Straßen, plünderten Geschäfte und beraubten ihre Mitmenschen. Die damaligen Bildern in den Medien machten betroffen über das Elend, das dort herrschte. Viele stellten sich damals die Frage, wie gewissenlos Menschen sein können, dass sie solche Katastrophen zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzen und ohnehin geängstigte Mitmenschen so behandeln.

Welch ein Gegensatz scheint, zumindest aus der Ferne betrachtet, die Situation hier in Europa zu sein. 

Das aktuelle Geschehen macht Mut für die Zukunft, weil es wieder einmal zeigt, dass Beziehungen letztlich das Einzige sind, was wirklich bleibt. Und solange wir diese haben, sind sämtliche Katastrophen des Lebens um einiges leichter zu ertragen.

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